Steinschleuder und glatte, runde Steine

Ein Koloss auf tönernen Füßen

So manche autoritäre Staatsmacht oder auch ein aufstrebendes Wirtschaftsimperium wird von Zeitungskommentatoren gern als einen »Koloss auf tönernen Füßen« bezeichnet. Damit ist dann gemeint, dass diese Macht keine solide Grundlage hat.

Das Wort »Koloss« stammt aus dem Griechischen und meint ein riesiges Standbild. In der Antike gab es davon einige, zum Beispiel an der Hafeneinfahrt von Rhodos. Unter dessen Beinen konnten die Schiffe hindurchfahren. Die Rede vom »Koloss auf tönernen Füßen« ist uns aber durch die Bibel überliefert.

Im Buch Daniel wird ein Traum geschildert, in dem solch ein Koloss aus Gold, Silber, Erz und Eisen besteht. Die Füße aber sind teilweise aus Ton. Dieser Koloss bezeichnet die vier großen Weltreiche, unter denen das Volk Israel in der Antike zu leiden hatte. Daniel drückt seine Hoffnung aus, dass das Reich Gottes, das noch kommen soll, alle weltlichen Reiche überwinden wird. In dem Traum trifft ein Stein die tönernen Füße und der Koloss stürzt in sich zusammen.

Dan 2,31 ff.

Quellen

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