Steinschleuder und glatte, runde Steine

Mit dem Mantel der Nächstenliebe zudecken

Himmlischer Beistand hin oder her, in der Kirche geht es oft sehr irdisch zu. Das ist eigentlich kein Wunder - bei näherer Betrachtung. Schließlich ist es Glaube derselben Kirche, dass Gott den Menschen in seiner Freiheit ernst nimmt. Und dass der Mensch schwach ist. Wenn aber Konflikte in der Kirche nicht so sehr ins Rampenlicht gezerrt werden, dann sagen Kritiker manchmal: »Da wird wieder alles mit dem Mantel der Nächstenliebe zugedeckt.«

Diese heute kritisch verstandene Redewendung geht nun ausgerechnet auf die Bibel zurück, genauer auf den ersten Petrusbrief. Da lautet eine Anweisung an die Gemeinden: »Vor allem haltet fest an der Liebe zueinander, denn die Liebe deckt viele Sünden zu.« (1 Petr 4,8) Da ist das also noch positiv gemeint und heißt nicht, dass da einfach etwas unter den Teppich gekehrt wird.

Quellen

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