offener Mund beim Sprechen

Nur ein Lippenbekenntnis ablegen

In der DDR-Zeit standen sie für Otto-Normal-Bürger auf der Tagesordnung. Ob zurecht oder nicht, heute schreibt man sie vor allem Politikern zu: Lippenbekenntnisse. Ein »Wert« wird in den Reden hochgehalten, allein die Taten lassen auf sich warten. Nun ist das aber keine moderne Erscheinung.

Lippenbekenntnisse kennt man schon aus der Bibel. Der Prophet Jesaja beklagt sich zum Beispiel über das Volk Israel: es ehrt seinen Gott nur mit den Lippen, aber nicht mit dem Herzen (Jes 29,13-14)

Das heißt: Den Worten folgen keine Taten. Denn in der Kultur des Alten Testaments ist das Herz nicht nur Sitz sentimentaler Gefühle. Das Herz ist Sitz der Gedanken, der Einsicht und des Willens. Es geht also nicht nur um die Echtheit von Gefühlen, sondern um den Gegensatz zwischen Reden und Tun. Fünfhundert Jahre nach Jesaja erhebt Jesus die gleichen Vorwürfe gegen seine frommen Zeitgenossen. Sie ehren Gott mit den Lippen, das Herz aber ist ganz wo anders. Lippenbekenntnisse scheinen zu jeder Zeit modern zu sein.

Jes 29,13-14

Alle Jubeljahre einmal

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Alles schon dagewesen / Nichts Neues unter der Sonne

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Am jüngsten Tag / Beim Jüngsten Gericht

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Asche aufs Haupt / In Sack und Asche gehen

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Auf Herz und Nieren prüfen

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Auf Sand gebaut haben

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Aug um Auge, Zahn um Zahn

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Aus seinem Herzen keine Mördergrube machen

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Bei Adam und Eva anfangen

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Das Land, wo Milch und Honig fließen

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Den ersten Stein werfen / Einen Stein gegen jemanden aufheben, werfen

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Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach

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Der Kelch geht an jemandem vorüber

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Der Prophet gilt nichts in seinem Vaterlande

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Der Stein des Anstoßes

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Der »ungläubige« Thomas

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Ein Buch mit sieben Siegeln

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Ein salomonisches Urteil

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Jemanden unter seine Fittiche nehmen

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Nur ein Lippenbekenntnis ablegen

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Sein Licht (nicht) unter den Scheffel stellen

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Sein Scherflein beitragen

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Sich an die Brust schlagen

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Um Himmels willen / Ach, du lieber Himmel / Etwas stinkt zum Himmel

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Über den Jordan gehen

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Von Pontius zu Pilatus

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Wer's glaubt, wird selig

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Wie Schuppen von den Augen fallen / Vom Saulus zum Paulus

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Zu allem »Ja« und »Amen« sagen

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Zum Sündenbock machen / In die Wüste schicken

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Zur Salzsäule erstarren

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Quellen

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