Helle gelbliche Stücke Weihrauchharz aus einem Glasgefäß geschüttet.

Weihrauch

Bedeutung und Herkunft des Duftharzes

Der charakteristische Duft von Weihrauch ist aus der katholischen Messfeier nicht wegzudenken. Doch woher stammt das duftende Harz und warum wird es in der Liturgie verwendet?

Was genau ist Weihrauch?

Das Wort »Weihrauch« kommt vom Althochdeutschen »wîhrouch«, was »heiliges Räucherwerk«, »zu wîhen«,»heiligen«, »weihen« bedeutete. Es bezeichnet zum Räuchern verwendete Harze (Olibanum, Myrrhe usw.) sowie jene Pflanzenarten, aus denen diese Harze gewonnen werden (auch Weihrauchbaum oder Weihrauchpflanze), und schließlich den Rauch selbst.

Das Harz war zu antiken Zeiten ein hochbezahltes und begehrtes Handelsgut, welches auf der sogenannten Weihrauchstraße in bis fast alle Gegenden der Welt gehandelt wurde. Dazu wurde der Ursprung dieses Räucherharzes geheim gehalten und die Handelswege stark überwacht.

Ursprung und Verbreitung

Unter dem Weihrauch-Harz (Olibanum) versteht man klassischerweise jenes Harz, welches von den Bäumen der Gattung »Boswellia« gewonnen wird. Es ist ein körniges, getrocknetes Harz und fand schon bei den alten Ägyptern vielerei Verwendung: Nicht nur für kultische Zwecke, sondern auch bei der Mumifizierung herausragender Persönlichkeiten oder als aromatisches, desinfizierendes und entzündungshemmendes Räuchermittel im Alltag.

Man kann sagen, das Weihrauch-Harz war ein echtes Universalmittel im Ägypten der damaligen Zeit. Im antiken Rom ersetzte das Verbrennen dieses Harzes zur republikanischen Zeit die alten, vorgeschriebenen Opfer. Dazu ließ man zu Bitt- und Dankgebeten die Weihrauchkörner in speziell dafür angefertigte Gefäßen (acerra) im Feuer verbrennen. In der darauffolgenden Kaiserzeit wurde beim Einzug eines römischen Kaisers oder Statthalters in eine Stadt Weihrauch als Zeichen der Huldigung und zur Verdrängung des Kloakengestanks vorangetragen.

Es gab auch römische Kaiser, die sich als »Herr und Gott« (dominus et deus) verehren ließen und vor deren Bild man regelmäßig ein Rauchopfer darzubringen hatte. Aus dem römischen Kult übernahmen die Christen in der Spätantike den Gebrauch vom Weihrauch im Gottesdienst und übertrugen das »Herr und Gott« (dominus et deus) auf den biblischen Gott.

Verwendung von Weihrauch

Während des Verbrennens (Räuchern) entwickelt der Weihrauch einen stark aromatisch duftenden Rauch, was ihn für die rituellen Handlungen der verschiedenen Kulte (antike Rom, Griechenland, Ägypten) und Religionen (u.a. in der katholischen und orthodoxen Kirche) seit Mitte des ersten Jahrtausends prädestinierte.

Oft wird das Olibanum dabei auch mit anderen Räuchermitteln wie z.B. Benzoe, Myrrhe, Galbanum, Zistrose, Styrax, Lorbeer usw. vermischt. In der Pharamindustrie unserer Tage hielt der Weihrauch ebenfalls Einzug, wobei sich dabei der indische Variante (Boswellia serrata) als besonders geeignet herausstellte.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserem Ratgeber zum Weihrauch (PDF | ePub).

Quellen

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