Wandgemälde Maria besucht Elisabet.

Das Fest »Mariä Heimsuchung« (Visitatio Mariae)

Ursprung und Bedeutung

Jährlich am 2. Juli bzw. am 31. Mai begeht die Kirche das Fest Mariä Heimsuchung (auch Maria Heimsuchung, auf lateinisch: Visitatio Mariae), an dem in besonderer Weise einer Episode aus dem Lukasevangelium (LK 1,39-56) gedacht wird, als Maria ihre Verwandte Elisabeth besucht.

Bedeutung von Mariä Heimsuchung

Als biblischen Hintergrund für dieses Fest gilt der lukanische Bericht (Lk 1,39-45) über den Besuch Marias bei ihrer Verwandten Elisabeth (deshalb »Heimsuchung«). Als die schwangere Elisabeth den Gruß von Maria hört, »hüpft das Kind in ihrem Leibe«. Elisabeth, die selbst im sechsten Monat schwanger ist, grüßt sie darauf mit folgenden Worten: »Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?«

Auf diese Seligpreisung der Elisabeth hin antwortet Maria mit ihrem berühmten Lobgesang, dem Magnificat(Lk 1,46-55). Somit wird in der Begegnung der beiden schwangeren Frauen bereits die Begegnung des zukünftigen Erlösers (Jesus Christus) mit dessen Vorboten und Wegbereiter (Johannes der Täufer) vorweggenommen.

Marienstatue mit Rosenkranz über gefallteten Händen, weiß-goldenem Schleier und Sternenkranz.

Das Fest »Mariä Geburt« (8. September)

Die Kirche begeht alljährlich am 8. September das Fest Maria Geburt (auch »Mariä Geburt«…

weiterlesen...
Schwangere Maria umarmt Elisabet. Text: magnificat anima mea dominum.

Das Magnificat - Lobgesang Marias

Das Magnificat ist der Lobgesang Marias, den sie bei ihrer Base Elisabeth spricht, als…

weiterlesen...
Maria mit Sternenkranz mit Händen auf der Brust verschränkt umgeben von Engeln.

Das Hochfest »Mariä Empfängnis« (8. Dezember)

Jedes Jahr in der Adventszeit am 8. Dezember, genau neun Monate vor dem Fest der Geburt…

weiterlesen...
Medallion in den Händen einer Person, mit Darstellung Marias mit Herz, weißem Schleier und Sternenkranz

Das Fest »Unbeflecktes Herz Maria«

Das Fest Herz Maria (auch Herz Mariä) wurde in der katholischen Kirche früher am 22.…

weiterlesen...
Maria auf einer Wolke umgeben von Engeln, mit den Armen und Blick nach oben gerichtet.

»Mariä Himmelfahrt« (15. August)

weiterlesen...

Ursprung und Entwicklung des Festes

Dieses Marienfest hat seinen Ursprung bereits im Mittelalter. So wurde es im Jahr 1263 vom Ordensgeneral der Franziskaner, dem heiligen Bonaventura, für seinen Orden eingeführt. Der ursprüngliche Termin für Maria Heimsuchung war der 2. Juli und hängt mit dem Geburtsfest Johannes des Täufers zusammen, dessen Oktav es bildet. Infolge des schnellen Wachstums des Franziskanerordens verbreitete sich das Fest in der gesamten Westkirche. Unter Papst Pius V. wurde der Festtag offiziell um die Jahre 1568/70 für den 2. Juli in den römischen Kalender aufgenommen.

Im Zuge der nachkonziliaren Liturgiereform wurde das Fest in den 1960er Jahren auf den 31. Mai verschoben und bildet heute den Abschluss für den Marienmonat Mai. Diese Verschiebung hatte ihren Grund in der Chronologie von Verkündigung (25. März), Heimsuchung und Geburt (24. Juni), welche man auf diese Weise erreichen wollte. Allerdings findet sich Maria Heimsuchung im deutsche Regionalkalender weiterhin am 2. Juli, weshalb bspw. im Marienwallfahrtsort Werl weiterhin am 2. Juli das Patronatsfest der Wallfahrtsbasilika gefeiert wird.

Eine Reihe langer dünner brennender Kerzen vor einem Altar.

Was wir zu »Mariä Lichtmess« feiern (2. Februar)

weiterlesen...
Rosenkranz in übereinander gelegten Händen einer Person. Drei Sonnenblumen.

Rosenkranzfest & Rosenkranzmonat Oktober

Nach alter Tradition wird der Monat Oktober in der katholischen Kirche auch…

weiterlesen...
Marienstatue aus hellem Stein mit geöfnetten Händen umgeben von grünen Pflanzen.

Gedenktag »Unserer lieben Frau in Jerusalem« (21. November)

Jedes Jahr am 21. November begeht die katholische Kirche den Gedenktag »Unserer Lieben…

weiterlesen...

Quellen

  • Bieritz, Karl-Heinrich: Das Kirchenjahr. Feste, Gedenk- und Feiertage in Geschichte und Gegenwart; Berlin 1986, 210f.
  • Banner: ©  stock.adobe.com / Renáta Sedmáková