Mönch in der Kirche

Von Mönchen und Nonnen

Die großen christlichen Orden

In der Geschichte des Christentums haben sich zu allen Zeiten Menschen zusammengeschlossen, um in der Nachfolge Jesu zu leben und um das Evangelium zu verkünden. In diesem Artikel geben wir Ihnen einen Überblick über die großen christlichen Orden und wie diese heute leben.

Benediktinerorden

Ordo Sancti Benedicti (OSB)

Die Ordensgemeinschaft der Benediktiner geht auf den heiligen Benedikt von Nursia (480 – 547) zurück. Dieser verfasste im Jahre 529 eine Auflistung von 78 Geboten und Anleitungen für das klösterliche Leben – die »Regula Benedicti«, deren Ideale die Mönche und Nonnen zur Besitzlosigkeit, Gehorsam und Keuschheit aufruft. Auch wenn die Benediktinerregel bis heute den Lebensalltag ihrer Anhänger bestimmt und inspiriert, so wurde diese im Laufe der Geschichte stets neu interpretiert und überdacht, um sie an die Bedürfnisse der gegenwärtigen Zeit anzupassen.

Der bekannteste Grundsatz des Ordens ist das berühmte »Ora et labora« (bete und arbeite). Dieser spiegelt sich vor allem im Tagesablauf der Brüder und Schwestern wieder. Sechsmal am Tag versammeln sich die Benediktiner zum gemeinsamen Gebet. Des Weiteren erledigen Sie verschiedene Arbeiten in den klösterlichen Betrieben und Einrichtungen wie beispielsweise der Seelsorge, Bildung und verschiedenen Handwerken.

Die Ordenstracht

Der Habit der Benediktinermönche besteht aus einem schwarzen Untergewand mit engen Ärmeln und einem ebenfalls schwarzen Skapulier (ärmelloses weites Obergewand) mit Kapuze. Zwischen beiden Gewandteilen wird ein Zingulum genannter Gürtel aus Stoff oder Leder getragen.
Weiterhin tragen die Brüder bei Gottesdiensten und festlichen Anlässen über dem Habit die sogenannte Kukulle – ein schwarzes knöchellanges Übergewand mit sehr weiten Ärmeln. Dieses erhalten allerdings nur Mönche, die die »ewige Profess« abgelegt, d.h. sich lebenslang an das Kloster gebunden haben. Gelegentlich tragen Benediktiner bei den Arbeiten auch kürzere (nicht bodenlange) Gewänder, damit diese während der Ausübung nicht stören.

Die Schwestern des Benediktinerordens tragen ebenfalls einen Habit bestehend aus schwarzem Untergewand, Skapulier und Zingulum. Zusätzlich tragen die Benediktinerinnen eine weiße Haube mit breitem Kragen und einen schwarzen Schleier (bei Novizinnen weiß). Auch die Nonnen tragen bei Gottesdiensten und anderen Festlichkeiten eine schwarze Kukulle über dem Habit (ebenfalls erst nach der ewigen Profess).

Dominikanerorden

Ordo Praedicatorum (OP)

Gegründet wurde der Orden 1216 vom heiligen Dominikus, einem spanischen Theologen, welcher die kirchlichen Missstände seiner Zeit auf die mangelnde Bildung im Klerus zurückführte. Er führte daher eine fundierte theologische Ausbildung in den von ihm gegründeten Orden ein. Das ständige Studium ist bis heute eine fester Bestandteil des dominikanischen Lebens.
Der genaue Name Ordo Praedicatorum bedeutet »Predigerorden« und bezeichnet treffend das Ziel der Dominikaner: die Verkündigung des Wort Gottes in den Kirchen und Gemeinden. Heute sind die Mönche und Nonnen des Dominikanerordens vor allem in der Seelsorge und Bildung tätig.

Ordenstracht

Der Habit der Dominikanermönche besteht aus einem weißen Untergewand über dem ein weißes Skapulier mit Kapuze getragen wird. Das Zingulum und der Rosenkranz sind hingegen schwarz. Bei festgelegten Anlässen wird zudem ein schwarzer, vorn offener Chormantel getragen.

Die Dominikanerinnen tragen ebenfalls einen weißen Habit mit schwarzem Zingulum und Rosenkranz. Ergänzt wird die Tracht durch einen bei Novizinnen weißen, bei allen anderen schwarzen Schleier und ein Kreuz. Auch die Schwestern des Predigerordens tragen zu festlichen Anlässen den schwarzen Chormantel.

Jesuiten

Societas Jesu (SJ)

Der Jesuitenorden geht zurück auf den Ritter Ignatius von Loyola. Dieser war, im Gegensatz zu anderen Ordensgründern, zunächst nicht das klassische Beispiel eines frommen Katholiken. Ignatius frönte in jungen Jahren ausgiebig dem Waffenspiel, wilden Raufereien und sinnlichen Liebesabenteuern – kurz, er war ein typischer Lebemann des 16. Jahrhunderts. Doch während einer Belagerung zertrümmerte eine Kanonenkugel das Knie des damals 30-Jährigen. Dies änderte seine Lebenseinstellung radikal. Nach langer Zeit im Krankenlager, gründete er schließlich 1539 mit einigen Gefährten die Societas Jesu – die Gesellschaft Jesu, welche 1540 von Papst Paul III. offiziell zu einer Gemeinschaft päpstlichen Rechts erklärt wurde.

Die Jesuiten sehen sich in der direkten Nachfolge Jesu Christi und leben bis heute streng nach seinem Vorbild – besitzlos, ehelos und gehorsam. Vor allem dem Papst gegenüber fühlen Sie sich zur Folgsamkeit verpflichtet, sogar so sehr, dass die Möglichkeit eines vierten Gelübdes besteht, in dem sie sich noch einmal explizit dazu verpflichten.

Im Vergleich zu anderen Orden, wie beispielsweise den Benediktinern oder Dominikanern führen die Mitglieder der Gesellschaft Jesu kein zurückgezogenes Leben im Kloster. Die Jesuiten sehen ihre Pflicht im Dienst am Nächsten und in der Verkündung des Evangeliums. Dafür engagieren sie sich seit jeher besonders im Bereich der Bildung. Seit ihrer Gründung gründen Sie in ihren Niederlassungen Kollegien (Ausbildungshäuser), betreuen Universitäten und Schulen. Aber auch in der Sozial- und Flüchtlingsarbeit, der geistlichen Begleitung von Laien und der Medienarbeit (z.B. Radio Vatikan) sind die Mitglieder der Gesellschaft Jesu tätig.

Der Orden kennt zudem auch kein einheitliches Chorgebet, sondern setzt auf die Selbstverantwortung der Brüder. Das heißt jeder soll sich nach seinen individuellen Möglichkeiten Gebet und Andacht widmen.

Als am 13. März 2013 der Argentinier Jorge Mario Bergoglio als Papst Franziskus den Stuhl Petri bestieg, wurde zum ersten Mal in der Geschichte des Ordens ein Jesuit Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche.

Ordenstracht

Die Jesuiten haben kein einheitliches Ordensgewand, allerdings ist ihr Ordenssymbol überall auf der Welt gleich – das Monogramm der ersten drei Buchstaben des griechischen Namens Jesu Christi: IHS.

Zisterzienser

Ordo Cisterciensis (OCist)

Die Zisterzienser haben sich aus dem Benediktinerorden entwickelt. Als die Benediktiner um 1098 immer mehr an Wohlstand gewannen, sahen dies einige Brüder als Konflikt mit der Regel des heiligen Benedikt, welche die Mönche und Nonnen unter anderem zu Bescheidenheit und Armut aufrief.
Der neue Zweig wollte wieder zu den Ursprüngen der Ordensregel zurückfinden und streng nach den Regeln des Heiligen von Nusia leben. Daher errichteten sie in der französischen Region Citeaux ein eigenes Kloster, welches in seiner Schlichtheit und kargen Ausstattung genau zu ihren Glaubensgrundsätzen passte. Von dort aus breitete sich der Zisterzienserorden schnell in ganz Europa aus und es kam zu zahlreichen Klosterneugründungen.

Ordenstracht

Die Ordenstracht der Zisterzienser besteht aus einer weißen Tunika, über welcher ein schwarzes (bei Novizen weißes) Skapulier getragen wird. Das Zingulum ist ebenfalls schwarz. Zum gemeinsamen Chorgebet und anderen festlichen Anlässen tragen die Zisterzienser mit feierlicher Profess außerdem eine weiße Kukulle. Die Zisterzienserinnen tragen zusätzlich eine weiße Haube mit langem Kragen und einen schwarzen Schleier.

Franziskanerorden

Ordo Sancti Francisci (OSF)

Der Orden des heiligen Franziskus (Ordo Sancti Francisci) geht auf Franz von Assisi zurück. Der Sohn eines wohlhabenden Kaufmanns hatte eine gute Bildung erhalten, konnte Lesen, Schreiben, Rechnen, Französisch und Latein und genoss eine allgemein unbeschwerte Jugend. Sein Ziel war es zu dieser Zeit Ritter zu werden. Doch durch die Teilnahme an einem Feldzug in Apulien änderte sich sein Leben radikal. Franziskus erkrankte. Als er in der baufälligen Kapelle San Damiano in Assisi betete, soll er der Legende nach die Stimme Jesu gehört haben, die ihn aufforderte »Geh und baue mein Haus wieder auf, das, wie du siehst, ganz und gar in Verfall gerät.«. Dies überzeugte den jungen Mann endgültig zu einem Leben in der Nachfolge Christi. Er verzichtete auf das väterliche Erbe und entsagte jeglichem Besitz. Franz von Assisi zog als Wanderprediger durch das Land und stellte sich ganz in den Dienst der Armen und Ausgestoßenen. Schnell schlossen sich dem charismatischen Franziskus weitere Brüder an, mit denen er den Orden der Minderbrüder (Ordo Fratrum Minorum (OFM)) gründete. Dieser wurde im Jahr 1223 offiziell von Papst Honorius III. anerkannt.

Nach dem Tod Franziskus kam es innerhalb des Ordens vermehrt zu Auseinandersetzungen darüber, wie streng das Armutsgelübde zu leben sei. Dies führte im Laufe der Jahre zur Spaltung in drei selbstständige Ordensgemeinschaften: Die Franziskaner (OFM), die Minoriten bzw. Konventualen (OFMconv) und die Kapuziner (OFMCap).

Neben diesem ersten Orden gründete Franz von Assisi zusammen mit der heiligen Klara von Assisi den Frauenorden der Klarissen (Ordo Sanctae Clarae, OSCl) und den dritten Orden der Laienbrüder (Franziskanische Gemeinschaft, OFS).

Die Franziskaner leben heute vor allem nach dem Leitsatz von Frieden und Gerechtigkeit. Im Zentrum ihrer Spiritualität stehen, wie schon zu Zeiten der Gründung, die Armen und Ausgegrenzten. Deshalb sind die Mönche und Nonnen heute besonders in der Seelsorge und Mission sowie in Schulen, Exerzitien- und Meditationshäusern tätig.

Ordenstracht

Die unterschiedlichen Franziskanerorden kleiden sich nach dem Vorbild des Franz von Assisi in einfache Gewänder, die sich je nach Ordenszweig leicht unterscheiden.

Die Minoriten tragen einen schlichten schwarzen Habit zusammen mit einem Schulterüberwurf mit Kapuze. Die Tracht der Franziskaner ist dieselbe bloß in Braun – der Farbe der Armen im Mittelalter. Auch die Kapuzinermönche tragen ein braunes Gewand, allerdings ohne Schulterüberwurf. Die Kapuze, welche direkt an die Kutte genäht wurde, ist länger und spitz zulaufend – sie gab dem Orden damals seinen Namen.

Um die Hüften tragen alle Orden eine weiße Kordel mit drei Knoten, welche für die drei Gelübde Armut, Keuschheit und Gehorsam stehen.

Die Klarissen und Franziskanerinnen (meist des dritten Ordens) tragen statt des Überwurfes mit Kapuze meist einen schwarzen Schleier.

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