Kloster Maria Laach

Kloster Maria Laach

»Damit in allem Gott verherrlicht werde« (RB 57,9)

In Rheinland-Pfalz, im Osten der malerischen Eifel, befindet sich das Kloster Maria Laach. Seit 900 Jahren leben und arbeiten hier die Mönche nach der Regel des heiligen Benedikt. Besonders beeindruckend ist die romanische Basilika mit ihren sechs Türmen. Aber das Kloster Maria Laach hat noch mehr zu bieten – was genau erfahren Sie hier.

Geschichte

Die Geschichte von Maria Laach begann Ende des 11. Jahrhunderts, als der Pfalzgraf Heinrich II. von Laach 1093 das Kloster gründete. Er betraute lombardische Bauleute im selben Jahr mit dem Bau von Kirche und Kloster. Seine frommen Absichten, lassen sich heute noch in der Stiftungsurkunde nachlesen – dort steht folgendes:

»Im Namen der heiligen und ungeteilten Dreifaltigkeit. Ich, Heinrich, von Gottes
Gnaden, Pfalzgraf bei Rhein und Herr von Laach, tue kund: da ich kinderlos bin,
habe ich unter Zustimmung und Mitwirkung meiner Gemahlin Adelheid

zum Heil meiner Seele und zur Erlangung des ewigen Lebens auf meinem väterlichen Erbe, nämlich in Laach, zu Ehren der heiligen Gottesmutter Maria und des heiligen Nikolaus
ein Kloster gegründet als Wohnsitz für solche, die

die Mönchsregel befolgen.«

Leider erlebte Heinrich die Fertigstellung von Maria Laach nicht mehr. Zum Zeitpunkt seines Todes 1095 waren lediglich die Krypta sowie Teile des Ostchores fertiggestellt. Nachdem auch die Gemahlin des Stifters 1100 starb, kamen die Baubestrebungen zunächst zum Erliegen. Erst 1112 erneuerte der Stiefsohn Heinrichs, Pfalzgraf Siegfried von Ballenstedt, die Stiftung und übergab das Kloster den belgischen Mönchen der Abtei Afflighem in Brabant. Der vollständige Bau wurde im Jahr 1182 fertiggestellt.

Im Laufe der folgenden Jahrhunderte kam es zu zahlreichen An- und Umbauten und im 17. Jahrhundert zu einer grundlegenden Erneuerung der Kirche im Stil des Barock.

1802 wurde das Kloster im Zuge des landesweiten Säkularisation aufgelöst. Die Wohn- und Wirtschaftsgebäude gelangten in Privat-, die Kirche in Staatsbesitz bis Brandstifter das Kloster schließlich 1855 zerstörten. Die Kirche von Maria Laach konnte aber zum Glück gerettet werden. Fast ein Jahrzehnt später, 1864 zogen wieder Mönche im Kloster Maria Laach ein. Es waren Brüder aus dem deutschen Jesuitenorden, welche die Gebäude käuflich erworben und dort ihr Collegium Maximum errichteten. Die Kirche selbst blieb allerdings weiter Eigentum des Staates Preußen. Aufgrund des Kulturkampfes waren die Jesuiten jedoch bereits 1873 gezwungen das Kloster wieder zu verlassen.

Erst Ende des 19. Jahrhunderts gelangten Kloster und Kirche wieder in den Besitz der Benediktiner, als es Brüdern der Erzabtei Beuron gelang, diese zu erwerben. Zu Ehren der 800-jährigen Kirchenweihe 1956 wurde die Kirche erneut renoviert und mit neuen Glasfenstern ausgestattet, welche Sie heute noch bewundern können. Besondere Daten waren außerdem das Jahr 1993, als das Kloster Maria Laach das 900. Jubiläum seiner Gründung feiern konnte sowie 2006 der 850. Jahrestag der Kirchenweihe durch den Erzbischof Hillin von Trier. Auch heute hat Maria Laach nichts von seiner geschichtsträchtigen Imposanz verloren und zieht jedes Jahr bis zu 80.000 Besucher an.

Klosterbetriebe

Schon seit dem Mittelalter waren Klöster wirtschaftliche Zentren. Schließlich konnte nur durch wirtschaftlich gutes Handeln, das Überleben des Klosters und seiner Bewohner gesichert werden. Dies spiegelt sich auch in der Philosophie der Benediktiner wieder – »Ora et labora« (bete und arbeite). In Maria Laach haben zahlreiche Handwerker- und Künstlerbrüder verschiedene Klosterbetriebe aufgebaut. Heute beschäftigen die zehn Betriebe bis zu 220 Angestellte.

Im literarischen Bereich besitzt das Kloster sogar seinen eigenen Verlag (Klosterverlag Maria Laach), welcher neben christlicher und liturgischer Literatur auch ein umfangreiches Angebot an Karten, CDs und Kunstgegenständen auf den Markt bringt. Viele dieser Erzeugnisse finden Sie, neben anderen, in der klostereigenen Buch- und Kunsthandlung. Zudem bietet die Veranstaltungsreihe »Laacher Forum« an zwölf Terminen im Jahr Buchvorstellungen und Vorträge namhafter Autorinnen und Autoren zu zahlreichen spirituellen und psychologischen Themen an.

Auch wenn die verschiedenen Handwerksbetriebe heute nicht mehr von den Mönchen geführt werden, so haben sie alle den selben Anspruch – Kunst und Gebrauchsgegenstände auf qualitativ hohem Niveau zu schaffen. So finden Sie im Kloster Maria Laach neben einer traditionellen Buchbinderei auch eine Kunstschmiede, eine Keramikmanufaktur und eine Bildhauerei, sowie die Schreinerwerkstatt (inkl. dem Ausstellungsbereich »Villa Reuther«). Eine Auswahl der handwerklichen Produkte können Sie auch in unserem Shop erwerben.

Des Weiteren unterstehen dem Kloster eine Gärtnerei und ein ca. 6,5 Hektar großer Obstgarten, eine Fischerei sowie ein Bio-Bauernhof mit Hofladen (Klostergut Maria Laach).

Zu Besuch im Kloster Maria Laach

Die Mönche freuen sich immer über interessierte Besucher und nehmen diese mit großer Gastfreundschaft auf – ganz gemäß der Regel des heiligen Benedikt (RB 53,1): »Alle Gäste, die ins Kloster kommen, sollen wie Christus aufgenommen werden.«

Durch den oft stressigen und schnelllebigen Alltag, suchen viele Menschen Klöster als Orte der Ruhe und Abgeschiedenheit auf. Im Kloster Maria Laach haben Sie dafür die Möglichkeit im Gästeflügel St. Gilbert (nach dem ersten Abt des Klosters) zu übernachten. Sie sind auch herzlich eingeladen an den liturgischen Feiern und Exerzitien teilzunehmen. Außerdem werden in Maria Laach regelmäßig verschiedene Seminare, Konzerte, Lesungen und andere Aktionen angeboten. Einen Überblick zu den aktuellen Veranstaltungen finden Sie hier.

Am nahegelegenen Laacher See können Sie Ruder- und Tretboote ausleihen und bei einer entspannenden Bootsfahrt die herrliche Natur bewundern. Auch passionierte Angler kommen am Laacher See auf ihre Kosten. Dieser gilt als einer der besten Hechtseen Deutschlands. Mit einer Tageskarte können Sie nach Herzenslust vom Boot aus angeln. Natürlich gibt es für Wasserratten auch eine ausgewiesene Badestelle. Diese liegt an der Nordseite des Sees und ist auch für Kinder und Nichtschwimmer geeignet.

Der Laacher See ist zudem das Zentrum eines Vulkangebietes. An der nördlichen Klostermauer entlang können Sie auf dem »Steinlehrpfad« an 13 Stationen nachvollziehen, wie der Vulkanismus und der Ausbruch des Vulkans vor knapp 13.000 Jahren die Umgebung geformt hat. Durch spannende Entdecker- und Spielstationen ist so auch bei Kindern für Unterhaltung gesorgt.

Wenn Sie lieber einen längeren Ausflug machen möchten, gibt es zahlreiche Rad- & Wanderwege, rund um das Kloster Maria Laach. Pilger haben die Möglichkeit, sich auf dem Jakobsweg »Eifel-Camio« (160 Kilometer von Andernach bis Trier) oder dem 62 Kilometer langen »Schönstatt-Pilgerweg« von Maria Laach über die Osteifel und Koblenz nach Schönstatt auf (spirituelle) Wanderschaft zu begeben.

Anfahrt

Mit dem PKW:

Nutzen Sie für die Anreise mit dem Auto die Autobahnabfahrt Mendig/Maria Laach von der A61 aus. Von dort erreichen Sie das Kloster nach ca. zwei Kilometern. In unmittelbarer Nähe befindet sich ein großer öffentlicher Parkplatz (erste 30 Minuten kostenfrei).

Mit dem öffentlichen Nahverkehr:

Nutzen Sie ab Andernach die Buslinie 395 (Richtung: Niedermendig, Mendig Bahnhof) bis zur Haltestelle »Kloster/Parkplatz, Glees – Maria Laach«

Quellen

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