Petersplatz in der Vogelperspektive

Der Vatikan

Unterwegs in der Stadt der Päpste

Der Vatikan ist nicht nur der kleinste anerkannte Staat der Welt, er ist vor allem das Zentrum der römisch-katholischen Kirche. Hier ist der Sitz des Papstes und der römischen Kurie. Doch nicht nur für Christen ist der Kleinstaat ein sehenswertes Reiseziel. Der Vatikan ist das einzige Land, welches in seiner Gesamtheit als Weltkulturerbe der UNESCO gilt. In diesem Artikel verraten wir Ihnen, was es in der Stadt der Päpste alles zu entdecken gibt und auf welche Dinge Sie bei einem Vatikan-Besuch unbedingt achten müssen.

Petersdom

Das wohl bekannteste Wahrzeichen des Vatikans, die Petrus-Basilika (Basilica Papale di San Pietro) gilt als wichtigste Kirche Roms und ist außerdem die erste der sieben Pilgerkirchen der italienischen Hauptstadt. Der riesige Sakralbau bietet mit seinen 15.160 Quadratmetern bis zu 60.000 Menschen Platz. Der Petersdom zählt somit zu einer der größten Kirchen weltweit.

Im beeindruckenden und prunkvoll gestalteten Innenraum können Sie zahlreiche Statuen, Altäre und kunstvolle Mosaike bewundern – unter anderem die berühmte »Römische Pietà« von Michelangelo.

Dank Papst Johannes Paul II. können zudem das Grab und die Reliquien des heiligen Petrus besichtigt werden. Diese befinden sich in der Krypta (Vatikanische Grotten) direkt unter dem Hauptaltar des Mittelschiffs. Dort finden Sie auch die Grabstätten von zahlreichen weiteren Päpsten (u. a. Benedikt XVI.).

Der Eintritt für den Petersdom und die Krypta ist frei. Nur für die Besichtigung der freitragenden Kuppel müssen Sie Eintritt zahlen, dafür bietet sich Ihnen allerdings auch eine umwerfende 360° Aussicht über den gesamten Vatikan und ganz Rom.

Achtung: Der Zugang zur Kuppel ist nicht barrierefrei, sondern führt über eine Treppe mit sportlichen 551 Stufen nach oben, von denen nur ein Teil mit dem Aufzug überbrückt werden kann.

Der Petersplatz

Die weitläufige Piazza San Pietro vor dem Petersdom beeindruckt vor allem durch ihre barocke Baukunst. Der Platz, welcher über 100.000 Menschen fassen kann, wird von zwei breiten Kolonnaden gesäumt. Diese beeindruckenden Säulengänge sind mit den Statuen von 140 Heiligen, wie beispielsweise Franz von Assisi, Katharina von Siena, Benedikt von Nursia und Teresa von Avila gekrönt. Das symbolstarke und architektonisch ausgeklügelte Konzept des Platzes entwarf der italienische Bildhauer Gian Lorenzo Bernini von 1656 bis 1667 im Auftrag von Papst Alexander VII.
In der Mitte des Petersplatzes finden Sie den 25 Meter hohen Obelisken, den einst Kaiser Nero aus Ägypten importierte und dort für seinen Circus aufstellen ließ.

Schon gewusst?: Der Legende zufolge befindet sich in der bronzenen Urne auf der Spitze des Obelisken die Asche von Julius Caesar.

Da der Zutritt zum Petersplatz kostenfrei ist, ist es dort auch meistens sehr voll. Empfohlen wird daher ein Besuch am frühen Morgen.
Mittwochvormittags hält der Papst auf der Piazza San Pietro seine Generalaudienz, welche Sie über große Leinwände mitverfolgen können. Auch hier ist die Teilnahme gebührenfrei, allerdings ist eine vorherige Registrierung notwendig. Genaueres dazu können Sie in unserem Beitrag »Tipps für einen Papst-Besuch« nachlesen.

Vatikanische Museen

Im Laufe der Jahrhunderte haben die Päpste im Vatikan eine Fülle an archäologischen und kunsthistorischen Schätzen zusammengetragen. Rund 70.000 Werke befinden sich heute in den Sammlungen der Vatikanischen Museen – darunter einige der bedeutendsten Gemälde und Skulpturen der römischen Renaissance. Diese können von Ihnen in 54 Museen mit insgesamt 1400 Räumen, Kapellen und Galerien bewundert werden. Eine kurze Übersicht zu den einzelnen Galerien finden Sie hier.

Unser Tipp: Planen Sie für einen Besuch in den Vatikanischen Museen mindestens drei Stunden ein und buchen Sie Ihr Ticket möglichst im Vorfeld online, um einen bevorzugten Einlass zu erhalten, da sich vor den Museen meist sehr lange Warteschlangen bilden.

Sixtinische Kapelle

Eines der spektakulärsten Highlights der Vatikanischen Museen ist die berühmte Sixtinische Kapelle. Ihr Namensgeber war Papst Sixtus IV., welcher die Kapelle zwischen 1473 und 1481 errichten ließ. Zudem beauftrage er namhafte Künstler seiner Zeit mit der Ausgestaltung des Innenraums. So schufen unter anderem Botticelli, Perugino, Pinturicchio, Ghirlandaio und Rosselli mehrere kunstvolle Fresken mit Darstellungen aus dem Leben des Mose und Jesu Christi. Von 1508-1512 malte Michelangelo Buonarroti das berühmte farbenprächtige Deckengemälde mit über 300 detaillierten Figuren, welches bis heute zu den großartigsten Kunstwerken weltweit zählt.

Deutscher Friedhof

Der Campo Santo Teutonico – der deutsche Friedhof – wurde bereits im 14. Jahrhundert errichtet, um dort Pilger und Geistliche aus dem Heiligen Römischen Reich zu bestatten, die während ihrer Pilgerreise verstarben. Heute finden sich hier aber auch die Gräber von verschiedenen deutschsprachigen Schriftstellern, Künstlern und Adligen.

Das besondere am  Campo Santo Teutonico ist, dass der Zutritt nur deutschsprachigen Besuchern erlaubt ist. Um das Gelände zu betreten, müssen Sie zuerst bei der am Tor stationierten Schweizer Garde auf Deutsch anfragen, ob Sie den Friedhof besichtigen können. Dies geht allerdings nur von 7-12 Uhr. Danach sowie mittwochs und samstags, wenn der Papst Audienzen hält, ist der deutsche Friedhof geschlossen. Dafür ist der Besuch kostenfrei.

Umgeben von seinen hohen Mauern ist die kleine, in einem Innenhof gelegene Grabanlage ein idyllischer Ort der Ruhe. Die zum Teil jahrhundertealten Grabplatten sind umgeben von üppigen Sträuchern, bunten Blumen und hohen, schlanken Palmen. Eine kleine Oase, wenn Sie sich ein wenig Ruhe von der Hektik des Petersplatzes wünschen.

Vatikanische Gärten

Die prächtigen Vatikanischen Gärten befinden sich hinter dem Petersdom und den Museen. Mit einer beeindruckenden Gesamtfläche von 23 Hektar nehmen sie einen Großteil des Kleinstaates ein.
Hier finden Sie vollendete Gartenkunst im italienischen, englischen und französischem Stil, bestehend aus gepflegten Grünflächen, bezaubernden Blumenbeeten, herrlichen Obstwiesen und sogar einem kleinen Wald und einem Labyrinth. Bestaunen Sie zudem verschiedene Brunnen, Skulpturen und Grotten sowie weitere Monumente aus der Renaissance und dem Barock.   

Leider kann das kleine Paradies nur im Rahmen einer Führung (mit einem Stadtführer oder auf einer Bustour mit Audioguide) besichtigt werden.

Apostolischer Palast in Castel Gandolfo (außerhalb von Rom)

In 400 Metern Höhe und etwa 20 Kilometer außerhalb Roms liegt, fernab vom hektischen Trubel der Hauptstadt das malerische Bergdorf Castel Gandolfo. Der kleine Ort bietet Ihnen nicht nur einen traumhaften Ausblick auf den klaren Albaner See, sondern besticht auch durch seinen historischen Charme. Hier befindet sich der Apostolische Palast – die Sommerresidenz der Päpste. Denn auch wenn sich Castel Gandolfo außerhalb der Mauern der Vatikanstadt befindet, gehört es laut den Lateranverträgen von 1929 zu den exterritorialen Gebieten des Heiligen Stuhls. Im Jahr 2016 verzichtete Papst Franziskus jedoch auf dieses Privileg und machte seinen Sommerpalast für Besucher zugänglich.

Auf einem Rundgang können Sie zahlreiche persönliche Gegenstände verschiedener Päpste, das Schlafzimmer, eine Porträtgalerie sowie verschiedene religiöse Artefakte und Reliquien besichtigen. Auch die kunstvollen Barberini Gärten können Sie dort bewundern.

Verhaltensregeln im Vatikan

Kleiderordnung

Im Vatikan, vor allem in den Sakralgebäuden und Museen, herrscht eine strenge Kleiderordnung. Da es sich um eine religiöse Institution handelt, wird bescheidene/schlichte Kleidung, die nicht zu viel Haut zeigt, empfohlen. Bei Nichtbeachtung kann Ihnen der Zugang verwehrt werden. Beachten Sie daher bitte folgende Hinweise:

  • Hosen, Röcke und Kleider müssen die Knie bedecken.

  • Oberteile müssen die Schultern jederzeit bedecken, daher sind Spaghetti-Träger, Westen oder andere Oberteile ohne Ärmel nicht gestattet.

  • Frauen können an heißen Tagen die Schultern mit einem leichten Schal bedecken.

  • Stark dekolletierte/tief ausgeschnittene sowie bauchfreie Oberteile sind ein Tabu.

  • Zerrissene Jeans, T-Shirts und/oder zu durchsichtige Kleidung sind ebenfalls nicht gestattet.

  • Für die katholische Moral anstößige Aufdrucke, Slogans, Schmuck und Tattoos sollten nicht sichtbar sein.

  • Das Tragen von Hüten und Mützen (in den Gebäuden) ist nicht erlaubt.

  • Bei den Audienzen des Papstes wird legere aber schlichte Kleidung empfohlen.

  • Während der Audienz dürfen Männer Hüte tragen.

  • Die Kleiderordnung gilt auch für Kinder.

  • Empfohlen werden zudem flache, feste Schuhe.

Sollten Sie vor Ort nicht die richtige Kleidung haben, können Sie einfach innerhalb der Stadt in mehreren Läden Ponchos oder Gewänder, welche die Knie bedecken, kaufen.

Sixtinische Kapelle

Bitte beachten Sie, dass in der Sixtinischen Kapelle aus Achtung vor der Sakralität des Ortes, um absolute Ruhe gebeten wird. Außerdem ist in diesem Bereich das Fotografieren verboten.

Telefone

  • telefonieren ist in Räumen der Vatikanischen Museen, dem Petersdom und anderen Ausstellungsräumen untersagt

  • bitte stellen sie Ihr Mobiltelefon unbedingt lautlos

Fotografieren

Sie dürfen gerne Fotos für den persönlichen Gebrauch machen (mit Ausnahme der Sixtinischen Kapelle), allerdings immer ohne Blitzlicht. Bitte verwenden Sie auch keine Stative, Ständer, Selfie-Sticks und/oder professionelle Ausrüstung (Reflektoren, Leuchten u. ä.).

Rauchen

Die Vatikanischen Museen sind allesamt Nichtraucherbereiche. Dies gilt auch für E-Zigaretten und ähnliche Instrumente.

Tiere

Tiere haben in den Museen des Vatikans keinen Zutritt. Ausnahme sind Blinden- oder Sehbehindertenhunde. Diese müssen jedoch an der Leine geführt werden und einen Maulkorb tragen. Auch Haustiere, die therapeutischen Zwecken dienen (Pet Therapy) sind gestattet.

Melden Sie sich diesbezüglich bitte mindestens einen Tag im Voraus bei der Museumsverwaltung per E-Mail unter accoglienza.museinoSpam@scv.va.

Speisen & Getränke

Die Mitnahme von alkoholischen Getränken in die Vatikanischen Museen ist nicht erlaubt. Spirituosen aller Art müssen an der Garderobe abgegeben werden. Zudem ist der Verzehr von Speisen und Getränken in den Ausstellungsräumen nicht gestattet. Nutzen Sie bitte dafür die Speisebereiche. Dort stehen Ihnen außerdem zahlreiche Automaten sowie Café-, Self- und Pizzeria-Service zur Verfügung. Gerne können Sie mitgebrachte Speisen und Getränke kostenfrei an der Garderobe abgeben. Bitte beachten Sie dabei, dass alle Lebensmittel, die nicht bis zum Ende des Tages wieder abgeholt werden, der Vernichtung zugeführt werden.

Hinweise für persönliche Gegenstände

  • Gepäckstücke, Koffer, Taschen, Pakete und Behältnisse, die eine Größe von 40 x 35 x 15 cm überschreiten, müssen an der Garderobe abgegeben werden.

  • Die Mitnahme von Rucksäcken, die nicht mehr als 15 cm vom Körper abstehen, ist gestattet.

  • Schmuck, Wertgegenstände, Geldbörsen, Telefone u. ä. können nicht an der Garderobe abgegeben werden.

  • Wenn Sie den Petersdom besuchen möchten, sollten Sie Ihre Habseligkeiten nicht in den Vatikanischen Museen zurücklassen.

  • Die Garderobe ist kostenfrei.

Hinweise zu verbotenen Gegenständen

Folgende Gegenstände dürfen nicht mit in die Museen gebracht und müssen an der Garderobe abgegeben werden:

  • größere, nicht faltbare Regenschirme

  • Transparente und Schilder jeglicher Art

  • Stöcke (außer als Gehhilfe oder Stangen zur Erkennung von autorisierten Fremdenführern)

  • Messer, Scheren und/oder sonstige Metallwerkzeuge

  • Die Benutzung von Laserpointern sowie Verstärkermikrophonen ist untersagt.

Waffen

Schusswaffen und andere gefährliche Gegenstände sind grundsätzlich verboten. Besuchern, die Waffen mit sich führen, wird der Zutritt verwehrt (auch mit gültigem Waffenschein). Einzige Ausnahme sind Ordnungskräfte, die eine Dienstwaffe mit sich führen.

Schutz der Kunstwerke

Das Berühren der Ausstellungsstücke ist zum Schutz der Kunstwerke untersagt. Ausnahmen gelten nur für blinde und sehbehinderte Besucher, die an taktilen und multisensorischen Führungen teilnehmen. Bitte beachten Sie, dass alle Werke der Vatikanischen Museen videoüberwacht und durch Alarmsysteme gesichert werden.

Abfall

Papier, Dosen, Flaschen und anderer Abfall ist in den Museen ausnahmslos in den dafür vorgesehenen Müllbehältern zu entsorgen. Diese befinden sich aus Sicherheitsgründen nur in den Bereichen außerhalb des Besucherparcours (Haupteingang, Innenhöfe, Speisebereiche, Toiletten).

Verlorene Gegenstände

Grundsätzlich übernehmen die Vatikanischen Museen keine Haftung für den Verlust von Wertgegenständen. Sollten Sie etwas verloren haben, können Sie sich zunächst beim Aufsichtspersonal erkundigen, ob etwas gefunden wurde. Sollten Sie das Museum bereits verlassen haben, können Sie eine Mail an accoglienza.museinoSpam@scv.va schreiben und dort um Unterstützung bitten.
Bitte beachten Sie, dass gefundene Gegenstände, die nicht am selben Tag reklamiert werden, der Vatikanischen Gendarmerie übergeben und innerhalb von 48 Stunden entsorgt werden.

Weitere Reisetipps

Buchen Sie Ihre Tickets möglichst im Voraus und nutzen Sie am besten Karten mit der »Skip the line«-Funktion. Diese sind zwar teurer, ersparen Ihnen aber auch das teilweise stundenlange Anstehen vor den Attraktionen. Planen Sie außerdem Ihre Reise möglichst frühzeitig, da vor allem in der Hauptsaison die Karten meist schnell ausverkauft sind.

Bitte beachten Sie, dass es im Vatikan außer den Cafeterien in den Museen und der Kuppel des Petersdoms keine Restaurants oder andere Lebensmittelläden gibt. Es ist zwar ein Supermarkt vorhanden, dieser steht jedoch nur Mitarbeitern des Vatikans zur Verfügung. Nehmen Sie daher ausreichend Essen und vor allem Trinken mit.

In Rom wird es vor allem in den Sommermonaten sehr heiß. Denken Sie an ausreichend Sonnencreme und -schutz.

Achten Sie vor allem auf dem Petersplatz und vor der »Römischen Pietà« im Petersdom verstärkt auf Ihr Handgepäck. Große Menschenansammlungen sind ein beliebtes Ziel für Taschendiebe.