Pilgerer auf Weg mit Wanderaustattung. Rucksack mit Jakobsmuschel, Hut, Wanderstock, Regenjacke.

Pilgern im 21. Jahrhundert

Revival der Wallfahrts-Bewegung

Ökumenischer Trend

Wallfahrten haben im Christentum eine lange Tradition. Ob in der eigenen Heimat, nach Jerusalem, zu den Gräbern der Apostel Paulus und Petrus nach Rom oder zur Grabstätte des Apostels Jakob im spanischen Santiago de Compostela – schon seit dem Mittelalter pilgern Christen aus aller Welt an verschiedene Wallfahrtsorte.

Seit den 1980er Jahren erfreuen sich Wallfahrten wieder zunehmend großer Beliebtheit und erleben eine regelrechte Renaissance: Das Pilgern bietet viel Raum für eigene spirituelle Erfahrungen und ist eine Dimension des gelebten christlichen Glaubens, die den heutigen Ansprüchen an kirchliche Ausdrucksmöglichkeiten offensichtlich besonders gut entspricht. Das zeigt nicht zuletzt die steigende Zahl aktiver evangelischer Pilger, die Wallfahrten unternehmen.

Pilgerfahrten sind also längst nicht mehr nur eine katholische Angelegenheit, sondern werden immer mehr zu einem ökumenischen Interesse, das auf seine Weise dazu beiträgt, die großen christlichen Konfessionen noch näher zusammenzubringen.

Junge Person beim Schnürren von festen Wanderschuhen. Auf dem Boden liegen Wanderkarte und Rucksack.

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Jakobsmuschel mit Pilgertagebuch, Abzeichen und Brosche.

Der Jakobsweg – Geschichte und Brauchtum

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Die Statue Unserer Lieben Frau von Lourdes in der Grotte von Massabielle bei Lourdes

Berühmte Wallfahrtsorte

Im Verlauf der Geschichte des Christentums sind viele Wallfahrtsorte entstanden. Wir…

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Der »Hape-Kerkeling-Effekt«

Ich bin dann mal weg

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Der Trend des Pilgerns nimmt im Jahr 2006 auch in literarischer Hinsicht Fahrt auf, als Hape (eigentlich: Hans-Peter) Kerkeling sein Pilgertagebuch »Ich bin dann mal weg – Meine Reise auf dem Jakobsweg«  veröffentlicht:

Als der deutsche Unterhaltungskünstler sich im Sommer 2001 auf den Jakobsweg macht, der ihn vom französischen Saint-Jean-Pied-de-Port nach Santiago de Compostela führt, begleitet ihn auf jedem seiner Schritte sein Notizbuch. Alle Stationen seiner Pilgerreise zeichnet er, zusammen mit den Begegnungen und Freundschaften, die sich währenddessen ergeben, auf.

Mit seinem typischen Humor erzählt Kerkeling authentisch von der Suche nach Gott und sich selbst: »Nach dem Göttlichen bin ich schon lange auf der Suche. Als mir dann nach einer Gallenoperation und einem Hörsturz klar wurde, dass ich in so etwas wie einer Lebenskrise stecke, wollte ich meine Zweifel in einer Auszeit ins Reine bringen, um ganz banal zu mir und zu Gott zu finden«, so der Komiker im Interview mit dem SPIEGEL.

Seine spirituelle Sinnsuche unter dem Titel »Ich bin dann mal weg – Meine Reise auf dem Jakobsweg« übertraf alle Erwartungen: Kerkelings Pilgertagebuch wurde ein millionenfach verkaufter Bestseller, war »Buch des Jahres 2006« und er selbst »Autor des Jahres 2006«. Die ZEIT spricht mittlerweile gar vom »meistverkaufte[n] Sachbuch in der Geschichte der Bundesrepublik«. 

Der Erfolg von Kerkelings Wallfahrtsbericht zeigt die Bedeutsamkeit des Pilgerns in der Gegenwart – auch deshalb, weil viele Menschen ihm nach Erscheinen des Buchs nachfolgten und sich auf den Jakobsweg oder eine andere Pilgerreise begaben.

Von Zuhause aus begleiten kann man Kerkeling inzwischen auch mit dem von ihm selbst eingelesenen Hörbuch. Auch auf die Kinoleinwand hat es »Ich bin dann mal weg« geschafft, der Film ist auch als DVD erhältlich.

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